Vicious and Divine Vicious and Divine Vicious and Divine Vicious and Divine

VICIOUS AND DIVINE

Es waren diese zwei Geschöpfe, unterschiedlich im Denken und Handeln, jedes für sich einzigartig und perfekt. Ohne das Wissen voneinander gingen beide ihrer Wege.

Da war SIE – hinter ihrer anmutigen Schönheit und stillen Würde verbargen sich formgebende Visionen, Eingebungen und der Wille zur ewigen Neuwerdung. Ihr klarer Blick richtete sich auf die Ansammlung von Wissen und die Fruchtbarmachung von Ideen.

ER stellte seine Macht in den Dienst der Bewahrung. Seine Prinzipien und Tugenden erwuchsen aus seiner Ausgeglichenheit und seinem Einfühlungsvermögen. Mit seiner Stärke beschützte er behutsam jene um sich; entschlossen verteidigte er alles, was ihm wertvoll und schön erschien. In seinem Streben nach Perfektion schuf er eine Sphäre der Geborgenheit.

Sie beide führten ein ausgefülltes Leben, jeder für sich. Doch die Zeit verging, und wenn sie über ihr Dasein blickten, erkannten sie, dass alles bisher Gewesene nur ein Prolog sein konnte – die Vorbereitung auf etwas Zukünftiges. Ohne zu wissen, was es war oder warum sie es missten, fühlten sie, dass das bedeutsamste Kapitel ihres Lebens noch auf sie wartete.

So beschritten sie weiter ihre Wege, stets danach suchend, welche Bereicherung die Zukunft ihrem Sein schenken würde.

Und als die Begrenzung des eigenen Ichs sie einzuengen drohte, als sie der vertrauten Welt um sich herum zu entwachsen schienen, mussten sich ihre Wege unausweichlich treffen. Nicht vorbestimmt, aber doch klar geführt wurden sie zueinander: Die ZWEI, jeder für sich perfekt, waren schließlich im Einklang vereint.

So verstanden sie nun, was es war und warum sie es finden mussten – es war die Balance der Unterschiede und der Gegensätze, eine unvergleichliche Symbiose aus Schönheit und Kraft, aus freudiger Lebenslust und stiller Harmonie. Es war die Einheit, welche sie nur gemeinsam erzielen konnten.

Frei für die Entfaltung lebten sie nun ihre Bestimmung – die Vollendung.